Nach dem erfolgreichen Start Anfang des Jahres führen wir den ersten Kurs für Jugendliche und junge Erwachsene fort und haben zugleich eine zweite Gruppe für jüngere Patient:innen ins Leben gerufen. Damit findet das Training in Kooperation mit Brooklyn Fitboxing nun wöchentlich statt – im Wechsel für zwei unterschiedliche Altersgruppen.
Die erste Gruppe mit Jugendlichen hat uns in den vergangenen Monaten vielfach bestätigt. „Den Großen tut das Angebot ohne Zweifel gut“, sagt Praxisinhaber Jens Kühntopp. „Gleichzeitig sehen wir, wie hoch die Hürden im Alltag sein können – manchmal scheitert es schon daran, überhaupt zum Training zu erscheinen. Umso wertvoller ist jede Teilnahme für die Selbstwirksamkeit.“
Aufbauend auf diesen Erfahrungen haben wir das Projekt bewusst erweitert: Psychologin Violetta Bures initiierte eine zweite Gruppe für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren. „Wir wollten wissen, ob dieses Setting auch für jüngere Kinder funktioniert – und das tut es sogar besonders gut“, erklärt sie. „Die Kinder bringen viel Energie mit, die sie nicht nur am Boxsack endlich gezielt ausleben dürfen.“
Im Training schaffen wir so Räume für beides: Aktivierung und Regulation. Die Kinder dürfen beispielsweise in kurzen Phasen „alles rauslassen“,um anschließend wieder zur Ruhe zu kommen. „Genau dieser Wechsel ist ein zentraler Lernprozess“, so Bures. „Die Kinder erleben: Ich kann meine Energie hochfahren, und ich kann sie auch wieder regulieren.“ Ergänzend integrieren wir Entspannungsübungen wie Atemtechniken oder progressive Muskelrelaxation, auch wenn gerade dieser Übergang für viele noch ziemlich herausfordernd ist.
Mit rund zehn Kindern ist die Gruppe relativ klein gehalten, um die individuelle Begleitung zu ermöglichen. Zugleich erleben wir hier eine besonders hohe Verlässlichkeit: „Bei den Jüngeren sind die Eltern stark eingebunden – das sorgt für Struktur und Kontinuität“, sagt Kühntopp.
Auch therapeutisch beobachten wir deutliche Effekte. Neben der körperlichen Aktivierung entstehen soziale Lernprozesse. „Gerade die Externalisierung – also das Verlassen des klassischen Therapieraums – schafft einen ganz eigenen Zugang. Die Kinder kommen nicht zur Therapie, sondern zum Sport. Das nimmt Druck raus und öffnet neue Möglichkeiten“, erklärt Bures.
Besonders eindrücklich sind die Rückmeldungen aus den Familien: „Wir bekommen E-Mails von Eltern, deren Kinder mit großer Unsicherheit gestartet sind und nach einer Einheit stolz und gestärkt nach Hause gehen“, berichtet Bures. „Diese Erfahrung in kurzer Zeit ist therapeutisch enorm wertvoll.“
Unser Fazit nach den ersten Monaten: Das Projekt wirkt. Während die Jugendgruppe fortgeführt wird, ergänzt die Kindergruppe das Angebot. So entsteht ein nachhaltiges, bewegungsorientiertes Therapieelement, das wir auch künftig weiter ausbauen möchten.




